05 June 2026, 18:51

Von 400 Exemplaren zur polarisierenden Stimme: 40 Jahre Junge Freiheit

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

Von 400 Exemplaren zur polarisierenden Stimme: 40 Jahre Junge Freiheit

1986 gründete Dieter Stein die Wochenzeitung Junge Freiheit, um dem zu begegnen, was er als linksgerichtete Vorherrschaft in deutschen Medien und Hochschulen wahrnahm. Die erste Ausgabe erschien in einer bescheidenen Auflage von nur 400 Exemplaren, die Stein in einer Pappkiste mit dem Fahrrad nach Hause transportierte. Über die Jahrzehnte wuchs das Blatt an Einfluss – und an Kontroversen – und entwickelte sich zu einem zentralen Diskussionsforum der politischen Debatte in Deutschland.

Stein ins Leben gerufen hatte er die Junge Freiheit, um im Medien- und Meinungslandschaft, die er als progressiv dominiert ansah, eine konservative Stimme zu etablieren. Den Begriff „Neue Rechte“ wies er stets zurück und bezeichnete sich selbst als traditionellen Konservativen. Die frühen Jahre der Zeitung waren von bescheidenen Anfängen geprägt, doch ihr Profil schärfte sich, als sie politische und kulturelle Themen aus einer rechtskonservativen Perspektive aufgriff.

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In den 1990er-Jahren verlegte die Redaktion ihren Sitz von Freiburg nach Berlin – noch vor dem Umzug der Bundesregierung in die wiedervereinte Hauptstadt. Dieser Schritt unterstrich den Anspruch, den nationalen Diskurs mitzugestalten. Doch die inhaltliche Ausrichtung zog auch Kritik auf sich. 1995 wurde Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt, ein Vorfall, der die Spannungen um die politische Linie der Zeitung verdeutlichte.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), Deutschlands Inlandsnachrichtendienst, beobachtete die Junge Freiheit über Jahre hinweg wegen des Verdachts auf Verbindungen zu extremistischen Kreisen. Stein wies solche Vorwürfe stets zurück, darunter auch aktuelle Behauptungen, die Zeitung erhalte finanzielle Unterstützung von der AfD. Zudem sah er sich mit internen Herausforderungen konfrontiert, etwa kritischen Nachfragen seines eigenen Social-Media-Teams während der Feierlichkeiten zum 40-jährigen Bestehen des Blattes.

In persönlichen Fragen befürwortet Stein zwar den Grundsatz der Wehrpflicht, respektierte aber die Entscheidung seines Sohnes, nicht einzurücken. Diese Haltung spiegelt seinen Ausgleich zwischen konservativen Werten und individueller Freiheit wider.

Vierzig Jahre nach der ersten Ausgabe bleibt die Junge Freiheit eine polarisierende Kraft im deutschen Medienland. Ihre Geschichte umfasst juristische Prüfungen, einen gewaltsamen Anschlag auf ihren Gründer und anhaltende Debatten über ihre politische Verortung. Trotz aller Kontroversen bleibt sie eine Plattform für konservative Standpunkte in einer sich wandelnden Medienwelt.

Quelle