27 April 2026, 12:39

Von Mondbewohnern bis zum Börsen-Crash: Wenn Medienhoaxes die Welt erschüttern

Plakat einer lachenden Person mit wildem Haar, weit aufgerissenen Augen und einem breiten Grinsen, eingerahmt von einem hellgelben Hintergrund, mit der Aufschrift "McFadden's Row of Flats: The Comedy That Has Made Many Millions Laugh."

Von Mondbewohnern bis zum Börsen-Crash: Wenn Medienhoaxes die Welt erschüttern

Medienhoaxes haben immer wieder für reales Chaos gesorgt – von Finanzpaniken bis zu öffentlicher Empörung. Manche begannen als Scherze oder Werbegags, andere waren gezielte Täuschungen. Doch die Folgen reichten oft weit über die ursprüngliche Absicht hinaus.

Einer der frühesten dokumentierten Medienstreiche datiert aus dem Jahr 1835. Die Zeitung The Sun veröffentlichte eine Artikelserie, in der behauptet wurde, Astronomen hätten auf dem Mond Leben entdeckt – mit fledermausähnlichen Kreaturen und Wäldern. Viele Leser hielten die Berichte für echte wissenschaftliche Entdeckungen.

1980 sendete ein Fernsehsender in Boston eine gefälschte Nachricht über einen Vulkanausbruch am Great Blue Hill. Die Ausstrahlung löste Panik aus, die Notrufleitungen wurden mit Anrufen verängstigter Anwohner überflutet. Später kritisierten die Behörden den Sender wegen seiner verantwortungslosen Berichterstattung.

In den 1990er-Jahren gab es zwei besonders folgenreiche Hoaxes. 1992 strahlte die BBC Ghostwatch aus – eine fiktive Live-Untersuchung eines Spukhauses. Der realistische Stil der Sendung überzeugte viele Zuschauer von ihrer Echtheit und löste massenhafte Beunruhigung aus. Vier Jahre später schaltete Taco Bell eine Aprilscherz-Werbung, in der behauptet wurde, das Unternehmen habe die Freiheitglocke (Liberty Bell) gekauft. Bevor der Scherz aufflog, löste er landesweite Empörung aus.

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Die 2000er-Jahre brachten noch disruptivere Streiche. 2004 gab sich ein Hochstapler als Sprecher des Chemiekonzerns Dow aus und kündigte im BBC-World-Programm an, das Unternehmen übernehme die volle Verantwortung für die Katastrophe von Bhopal 1984. Die falsche Erklärung ließ den Aktienkurs von Dow kurzzeitig abstürzen und entfachte die öffentliche Debatte neu. Drei Jahre später endete ein Radio-Wettbewerb mit dem Namen Halte deinen Urin für eine Wii tragisch: Ein Teilnehmer starb an einer Wasservergiftung, nachdem er exzessive Mengen getrunken hatte, ohne auf die Toilette zu gehen.

Soziale Medien und digitale Plattformen verstärkten die Wirkung späterer Hoaxes. 2012 veröffentlichte The Onion einen satirischen Artikel, dem zufolge ländliche weiße US-Amerikaner Irans Präsidenten dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama vorzogen. Iranische Medien übernahmen die Meldung als echte Umfragedaten – ein internationaler Eklat war die Folge. Ein Jahr später kaperten Hacker den Twitter-Account der Nachrichtenagentur Associated Press und verbreiteten die falsche Meldung von Explosionen im Weißen Haus. Der Tweet löste einen kurzen, aber heftigen Einbruch an den weltweiten Börsen aus.

Sogar Tech-Konzerne haben zum Chaos beigetragen. 2016 führte Google zum Aprilscherz die Mic-Drop-Funktion in Gmail ein, die nach dem Versenden eines GIFs automatisch den E-Mail-Verlauf stumm schaltete. Einige Nutzer aktivierten sie versehentlich in beruflichen Gesprächen – mit Missverständnissen und disziplinarischen Konsequenzen am Arbeitsplatz als Folge.

Diese Vorfälle zeigen, wie leicht erfundene Geschichten sich verbreiten und echten Schaden anrichten können. Finanzmärkte sind abgestürzt, Notdienste überlastet worden, und das Vertrauen in die Medien wurde untergraben. Trotz ihrer Ursprünge als Scherze oder Satire halten sich die Folgen solcher Hoaxes oft weit länger als die Witze selbst.

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