Wahlreform in Baden-Württemberg bringt nur minimalen Fortschritt für Frauen im Landtag
Corinna SchinkeSo viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Wahlreform in Baden-Württemberg bringt nur minimalen Fortschritt für Frauen im Landtag
Baden-Württembergs jüngste Wahlreform zielte darauf ab, den Frauenanteil im Landtag zu erhöhen. Die Änderungen gaben den Landesverbänden der Parteien mehr Kontrolle über die Kandidatenaufstellung und entzogen damit den lokalen Gliederungen Einfluss. Erste Ergebnisse zeigen einen leichten Anstieg der Frauenbeteiligung, doch bleibt der Fortschritt allmählich.
Vor 2021 wurden die Kandidatenlisten weitgehend von den örtlichen Parteigruppen bestimmt. Dieses System begünstigte oft langjährige männliche Politiker und erschwerte es Frauen, Spitzenpositionen zu erreichen. Die Reform schrieb vor, dass die ersten zehn Plätze auf den Landeslisten paritätisch zwischen Männern und Frauen aufgeteilt werden müssen.
Die Grünen, die CDU und die SPD hielten sich an die neue Regel, während kleinere Parteien gemischte Ergebnisse vorwiesen. Trotz dieser Bemühungen stellen Frauen nun 33,8 Prozent der Abgeordneten im neuen Landtag – ein Anstieg von nur 0,9 Prozentpunkten gegenüber der vorherigen Legislaturperiode.
Die Grünen gingen als stärkste Kraft aus der Wahl hervor und erhielten 30,2 Prozent der Zweitstimmen. Die CDU folgte knapp mit 29,7 Prozent. Beide Parteien passten ihre Kandidatenlisten an, um die geschlechtsspezifischen Vorgaben der Reform zu erfüllen, doch blieb die Gesamtwirkung auf die Repräsentation begrenzt.
Durch die Reform stieg der Frauenanteil unter den Abgeordneten leicht auf 33,8 Prozent. Zwar setzten die Grünen, die CDU und die SPD ihre Spitzenkandidaturen paritätisch um, doch der breitere Effekt auf die Geschlechtergerechtigkeit fällt gering aus. Der nächste Wahlzyklus wird zeigen, ob weitere Anpassungen nötig sind, um eine größere Gleichstellung zu erreichen.