Waldkirch diskutiert Schließung des Grundbuchamts wegen sinkender Nachfrage
Mustafa TröstWaldkirch diskutiert Schließung des Grundbuchamts wegen sinkender Nachfrage
Der Gemeinderat von Waldkirch steht vor einer Abstimmung über die Schließung des örtlichen Grundbuchamts. Die Entscheidung, die für den 25. März 2026 ansteht, folgt auf einen deutlichen Rückgang der Nachfrage und steigende Verwaltungskosten. Die Verantwortlichen argumentieren, dass der Service für die geringe Zahl der Nutzer nicht mehr sinnvoll sei.
Die Arbeitsbelastung des Amts ist im vergangenen Jahrzehnt drastisch gesunken. Während die Mitarbeiter 2015 noch über 100 Grundbuchauszüge bearbeiteten, gingen die Anfragen bis 2025 auf nur noch 37 zurück. Jeder Antrag benötigt etwa 30 Minuten Bearbeitungszeit, doch die Gebühr von 10 Euro pro Anfrage deckt die Kosten bei Weitem nicht.
Die Verwaltung hat empfohlen, den Service so bald wie möglich einzustellen. Bei einer Zustimmung könnte die Schließung entweder zum 30. Juni oder zum 31. Dezember in Kraft treten – abhängig von der finalen Genehmigung durch das Justizministerium. Die Landesregierung Baden-Württembergs muss den Schritt absegnen, da das Amt sensible Grundstücksdaten verwaltet.
Bürger können Grundbuchauszüge künftig weiterhin online über das Amtsgericht Emmendingen beantragen. Der Gemeinderat betont, dass der Betrieb des Amts einen unverhältnismäßig hohen Personalaufwand für eine minimale Nutzung erfordere. Bis Ende 2026 könnten bis zu 20 kleinere Grundbuchämter im Land aus ähnlichen Gründen geschlossen werden – bedingt durch Haushaltszwänge und geringe Nachfrage.
Die Einstellung des Services würde überflüssige Bürokratie abbauen und kommunale Mitarbeiter entlasten. Die Abstimmung des Rates wird entscheiden, ob das Amt noch in diesem Jahr schließt. Bei einer Zustimmung würde Waldkirch zu einer wachsenden Zahl von Städten gehören, die wenig genutzte Grundbuchdienste schrittweise abschaffen.






