30 April 2026, 12:34

Wie digitale Propaganda mit KI und Popkultur Meinungen manipuliert

Sowjetische Propagandaplakat mit einem Hammer und einer Sichel, einem Gebäude und großer Schrift mit kleineren Zahlen, das an einer Wand gehängt ist.

Wie digitale Propaganda mit KI und Popkultur Meinungen manipuliert

Digitale Propaganda nimmt neue Formen an – quer durch die politischen Lager

In den USA setzt das Weiße Haus auf eine Social-Media-Kampagne, die Militäraufnahmen mit Popkultur vermischt, um Unterstützung für seine Haltung gegenüber dem Iran zu mobilisieren. Gleichzeitig verbreiten rechtsextreme Gruppen in Deutschland KI-generierte Fälschungen, um ausgrenzende Botschaften zu verstärken. Diese Strategien kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die EU strengere Regeln zur Kennzeichnung von KI-Inhalten vorbereitet.

Das Weiße Haus inszeniert seit der Zuspitzung der Spannungen mit dem Iran eine Art digitale Militärparade. Ein Video zeigt einen Luftangriff auf ein Gebäude, geschnitten mit einer Szene von SpongeBob Schwammkopf, der "Nochmal!" brüllt. Die Kampagne scheint gezielt auf junge Männer und mittlere Altersgruppen von Gamern abzuzielen, die mit der Ästhetik von Ego-Shootern vertraut sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung auf Popkultur setzt, um politische Botschaften zu vermitteln. Doch der Ansatz vereinfacht komplexe Themen und drängt Fragen nach zivilen Opfern oder den weiteren Kriegsfolgen in den Hintergrund.

In Deutschland verbreiten rechtsextreme Netzwerke gefälschte Interviews, darunter eines mit einer 18-jährigen blonden Frau, die zu Massenabschiebungen aufruft. Das Video ist in einem weichen, animierten Stil produziert und imitiert damit die Machart von Studios, die sonst für feministische und demokratische Inhalte bekannt sind. Die Taktik, Frauen – ob real oder erfunden – als Sprachrohr einzusetzen, wird durch KI immer ausgefeilter: Mittlerweile werden ganze fiktive "Schwestern" generiert, um spaltende Rhetorik zu verstärken.

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Niedliche, comicartige Visualisierungen sind zu einem wiederkehrenden Mittel autoritärer und rassistischer Propaganda geworden. Diese Stile, oft aus der Mainstream-Animation entlehnt, helfen dabei, extreme Ideen zu verharmlosen.

Ab August werden KI-generierte Inhalte in der EU klar gekennzeichnet werden müssen. Die Maßnahme soll dem Publikum helfen, Fakten von Fiktion zu unterscheiden. Doch während sich digitale Propaganda weiterentwickelt, wird es immer schwieriger, Wahrheit von Manipulation zu trennen – sei es in Kriegspropaganda oder bei der Anwerbung rechtsextremer Anhänger.

Quelle