Wie internationale Studierende Deutschlands Fachkräftemangel im MINT-Bereich lindern
Nuray PlathWie internationale Studierende Deutschlands Fachkräftemangel im MINT-Bereich lindern
Deutschland setzt zunehmend auf internationale Studierende, um Fachkräftelücken zu schließen. Über die Hälfte von ihnen absolviert ein MINT-Studium und wird damit zu einem zentralen Baustein der Migrationsstrategie des Landes. Doch während viele zunächst zum Studieren kommen, bleibt ein beträchtlicher Teil langfristig – vor allem, wenn sie früh in den Arbeitsmarkt einsteigen.
Eine aktuelle Studie zeigt: Absolventen deutscher Hochschulen mit internationalem Hintergrund haben dreimal bessere Chancen auf einen Job als Zuwanderer, die direkt zur Arbeit einreisen. Besonders gute Aussichten haben jene, die während des Studiums Praktika absolvieren, praxisnahe Abschlussarbeiten in Kooperation mit Unternehmen schreiben oder in studienrelevanten Nebenjobs arbeiten. Studierende hingegen, die aus finanzieller Not in fachfremden Tätigkeiten jobben, tun sich deutlich schwerer, in ihrem Wunschberuf Fuß zu fassen.
Hochschulen reagieren darauf mit neuen Initiativen, um die Vernetzung mit der Wirtschaft zu stärken und die Berufsvorbereitung zu verbessern. Ziel ist es, Studierenden bereits während des Studiums praktische Erfahrungen zu ermöglichen. Doch die Sprache bleibt eine Hürde: Nur etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden haben verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan. Dennoch steigert ein gutes Deutschniveau die Jobchancen deutlich – selbst bei Stellen, die offiziell auf Englisch ausgeschrieben sind.
Die Daten zeigen zudem, dass 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt planten, nach einem Jobangebot in Deutschland blieben. Zuwanderer, die über den Bildungsweg kommen, streben 1,6-mal häufiger eine dauerhafte Niederlassung an als andere. Dieser Trend fällt in eine Zeit, in der Deutschland einen Mangel von 148.500 MINT-Fachkräften verzeichnet – und Prognosen zufolge bis zum nächsten Jahrzehnt 1,85 Millionen Beschäftigte aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden werden.
Die Ergebnisse unterstreichen die wachsende Bedeutung internationaler Studierender für die Deckung des Fachkräftebedarfs. Ihr Erfolg auf dem Arbeitsmarkt hängt oft von frühzeitiger Berufserfahrung und Sprachkenntnissen ab. Mit gezielterer Förderung könnten Hochschulen diese wichtige Quelle für qualifizierte Arbeitskräfte noch besser erschließen.






