Wohnungsmarkt in Deutschland: Für dieselbe Miete gibt es bis zu 29 Quadratmeter weniger
Friedrich-Wilhelm WerneckeWohnungsmarkt in Deutschland: Für dieselbe Miete gibt es bis zu 29 Quadratmeter weniger
Bezahlbarer Wohnraum in Deutschland wird rasant knapper. Eine neue Studie zeigt: In 60 von 80 Großstädten erhält man für dieselbe Miete heute mindestens 10 Prozent weniger Wohnfläche als noch 2020. Steigende Kosten und eine enorme Nachfrage zwingen Mieter in immer beengte Wohnverhältnisse.
Im März 2022 reichte ein Budget von 1.000 Euro Kaltmiete in Wiesbaden noch für eine 91 Quadratmeter große Wohnung. 2023 waren es für denselben Betrag nur noch 82 Quadratmeter – ein Verlust von neun Quadratmetern oder 9,9 Prozent weniger Fläche. In anderen Städten fällt der Rückgang noch drastischer aus: In Hamburg schrumpft die Wohnfläche um 12 Quadratmeter, in Mainz um neun.
Besonders stark betroffen ist das Ruhrgebiet. In Gelsenkirchen ist der Rückgang am größten: Für dieselbe Miete gibt es heute 29 Quadratmeter weniger. Berlin folgt dicht dahinter, wo Mieter 16 Quadratmeter weniger erhalten als noch 2022.
Mehrere Faktoren verschärfen die Lage. Die Baukosten steigen, ebenso wie Instandhaltungskosten und Zinsen. Nachfrageschwankungen, kombiniert mit einem „Überlaufeffekt“ und einem „Nachholeffekt“, treiben die Mieten weiter in die Höhe. Immowelt-Chef Theo Mseka warnt: Ohne gezielte Förderung für Bauherren werde sich der Teufelskreis aus schrumpfenden Wohnflächen und explodierenden Mieten weiter verschlimmern.
Die Studie unterstreicht die wachsende Krise auf dem deutschen Mietmarkt. Mieter müssen für dasselbe Geld mit immer weniger Wohnraum auskommen – besonders stark betroffen sind Industriestädte. Ohne Gegenmaßnahmen, so die Prognose der Experten, wird sich das Problem in den kommenden Jahren weiter zuspitzen.






