09 June 2026, 02:21

Zukunft von Mercedes-Werk Untertürkheim: Streit um Elektroauto-Produktion eskaliert

Daimler-Betriebsrat blockiert Überstunden

Zukunft von Mercedes-Werk Untertürkheim: Streit um Elektroauto-Produktion eskaliert

Ein eskalierender Streit im Mercedes-Werk Untertürkheim wirft Fragen über dessen Zukunft auf. Die Spannungen zwischen der Unternehmensführung und den Arbeitnehmervertretern haben sich wegen der Pläne für die Produktion von Elektrofahrzeugen deutlich verschärft. Die Auseinandersetzung droht nun, den Betrieb am Standort zu beeinträchtigen, an dem rund 19.000 Beschäftigte arbeiten.

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Rolle des Werks in der Elektrostrategie von Mercedes-Benz. Der Betriebsrat besteht darauf, dass ein elektrisches Modell in die Produktionslinie aufgenommen wird, um Arbeitsplätze zu sichern. Die Unternehmensführung hat jedoch bisher keine verbindlichen Zusagen gemacht, ob das Stuttgarter Werk Untertürkheim in die künftige Fertigung von Elektroautos eingebunden wird.

Ein Treffen am Montag brachte keine Lösung des Problems. Daraufhin kündigte der Betriebsrat an, ab dem 1. Juli sämtliche Überstundengenehmigungen zu blockieren. Dieser Schritt könnte die Produktion in einer der größten Einrichtungen des Konzerns spürbar verlangsamen.

Mercedes-Benz plant ehrgeizig, bis 2022 zehn neue rein elektrisch betriebene Modelle auf den Markt zu bringen. Doch der Betriebsrat warnt: Ohne Garantien für das Werk sei dessen langfristiges Überleben ungewiss. Die Verhandlungen zwischen beiden Seiten sollen in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Der Streit hat bereits konkrete Folgen: Die Einschränkungen bei Überstunden treten in wenigen Tagen in Kraft. Sollte keine Einigung erzielt werden, könnte die Pattsituation die Produktion und die Beschäftigung im Werk beeinträchtigen. Weitere Gespräche werden zeigen, ob ein Kompromiss in der Elektrofahrzeug-Herstellung und bei der Arbeitsplatzsicherheit möglich ist.

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