Apotheken kämpfen mit unwirtschaftlichen Bluthochdruck-Checks trotz steigender Nachfrage
Mustafa TröstApotheken kämpfen mit unwirtschaftlichen Bluthochdruck-Checks trotz steigender Nachfrage
Eine neue Studie zeigt, dass viele deutsche Apotheken mit der kostendeckenden Erbringung von pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) kämpfen. Trotz steigender Nachfrage schreiben mehr als die Hälfte dieser Betriebe bei zentralen Angeboten wie Bluthochdruck-Risikobewertungen Verluste. Die Ergebnisse werfen Fragen zur Zukunft des 537-Millionen-Euro-Programms auf, von dem große Teile bisher ungenutzt bleiben.
Die im Auftrag der Freien Apothekerschaft durchgeführte Untersuchung ergab, dass nur jede dritte Apotheke mit den Bluthochdruck-Checks Gewinne erzielt. Pro Untersuchung erhalten die Apotheken zwar einen Nettobetrag von 11,20 Euro, doch die meisten Anbieter arbeiten dennoch defizitär. Neben der geringen Vergütung belasten Personalmangel, hoher Verwaltungsaufwand, strenge räumliche Vorgaben und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen die Branche.
Der Deutsche Apothekerverband fordert höhere pDL-Zuschläge, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern. Gesundheitsministerin Nina Warken schlug unterdessen vor, nicht genutzte pDL-Mittel in die allgemeine Apothekenvergütung umzuleiten. Die Studie warnt jedoch, dass ein solcher Schritt die langfristige Struktur dieser spezialisierten Dienstleistungen schwächen könnte.
Zwar steigt die Nachfrage nach pDL-Angeboten, doch die Inanspruchnahme bleibt verhalten. Apotheker betonen, sie verfügten über das nötige Fachwissen, um diese Leistungen kompetent zu erbringen – vorausgesetzt, die Kosten würden angemessen gedeckt.
Bei noch ungenutzten 537 Millionen Euro an pDL-Mitteln dauert die Debatte über eine faire Vergütung an. Die Apotheker bestehen darauf, dass ohne bessere finanzielle Unterstützung essenzielle Dienstleistungen wie Bluthochdruck-Checks weiterhin unwirtschaftlich bleiben. Die Studienergebnisse erhöhen nun den Druck auf die Politik, die Fördermodelle anzupassen – oder riskieren, das Programm langfristig zu untergraben.






