Asylanträge in Deutschland brechen ein – doch warum sinken die Zahlen wirklich?
Friedrich-Wilhelm WerneckeAsylanträge in Deutschland brechen ein – doch warum sinken die Zahlen wirklich?
Asylanträge in Deutschland gehen im Vergleich zum Vorjahr stark zurück – besonders auffällig ist der Rückgang bei syrischen Geflüchteten, die einst einen Großteil der Ankünfte ausmachten. Gleichzeitig hat die Bundesregierung die Zurückweisungen an den Binnengrenzen verschärft, eine Maßnahme, die von Migrationsforschern zunehmend kritisiert wird.
2024 nahmen Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU unter Schutz gestellten Syrer auf. Doch seit Mai 2025 konzentriert sich die deutsche Regierung darauf, Asylsuchende an den Grenzen zu Österreich, Polen und der Schweiz abzuweisen. Diese Politik, die ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorangetrieben wurde, ist mittlerweile zu einer zentralen Strategie geworden.
Der Migrationsforscher Gerald Knaus argumentiert, dass die Zurückweisungen gegen EU-Recht verstoßen und langfristig nicht tragfähig seien. Zudem habe die Maßnahme trotz des Aufwands kaum messbare Auswirkungen auf die Migrationszahlen gezeigt. Stattdessen führt Knaus den aktuellen Rückgang der Asylanträge vor allem auf veränderte Bedingungen in Syrien selbst zurück.
Er fordert die Regierung auf, die gegenwärtige Entwicklung als Chance zu nutzen. Seiner Ansicht nach sei nun ein nachhaltigerer und humanerer Umgang mit irregulärer Migration in die EU möglich.
Am deutlichsten zeigt sich der Rückgang der Asylanträge in Deutschland und Österreich, wo syrische Geflüchtete einst die Ankünfte dominierten. Während die Zurückweisungen weitergehen, bleibt deren Wirksamkeit fraglich. Experten fordern stattdessen einen Kurswechsel hin zu Politiken, die mit EU-Recht vereinbar sind und die Migrationsherausforderungen gerechter angehen.






