29 June 2026, 18:49

Bachmann-Preis 2024: Schaettes Doppelsieg und eine Jury nur aus Frauen

In Frontal Opposition to Everything

Bachmann-Preis 2024: Schaettes Doppelsieg und eine Jury nur aus Frauen

Der Bachmann-Preis präsentierte in diesem Jahr ein starkes Teilnehmerfeld – unter den 14 Nominierten befanden sich keine echten Newcomer. Die Qualität der eingereichten Texte wurde als höher eingestuft als in den Vorjahren. Ein besonderes Merkmal der Veranstaltung war die rein weiblich besetzte Jury, die aus sieben Mitgliedern bestand.

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Den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis sowie den Publikumspreis erhielt Schaette für ihren Text Was wir tragen. Magdalena Schrefel wurde mit dem kleineren 3sat-Preis für ihre Erzählung Kirschen, Herz in der Schlinge ausgezeichnet. Ozan Zakariya Keskinkılıç erhielt den Deutschlandfunk-Preis für sein Werk Vater ohne Sohn.

Den KELAG-Preis gewann Kinga Tóth, deren scharfer Sprachwitz und ihre Darstellung des Lebens eines „Ostblock-Mädchens“ überzeugten. Slata Roschal hingegen verweigerte nach ihrer Lesung die Begegnung mit der Jury. Sie kritisierte den Umgang der Literaturszene mit Autor:innen und betonte, dass ihre eigene Geschichte die prekären Verhältnisse nur oberflächlich streife, sich stattdessen stärker mit der Literaturwelt selbst auseinandersetze.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch auf Ingeborg Bachmanns Hörspiel Der gute Gott von Manhattan Bezug genommen. Darin sitzt Gottvater auf der Anklagebank, angeklagt vom Richter – doch nach seiner wahrheitsgemäßen Aussage wird er freigesprochen.

Die Preise spiegelten die Vielfalt literarischer Talente und Themen wider. Schaettes Doppelsieg markierte einen besonderen Höhepunkt, während andere Auszeichnungen an Autor:innen gingen, die sich mit persönlichen und gesellschaftlichen Konflikten beschäftigten. Die Diskussionen um Roschals Kritik verleihen dem diesjährigen Wettbewerb eine zusätzliche Dimension.

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