Bundespolizei droht Blackout bei Körperkameras – Millionenprojekt gescheitert
Friedrich-Wilhelm WerneckeBundespolizei droht Blackout bei Körperkameras – Millionenprojekt gescheitert
Bundespolizei droht Ausfall von Körperkameras
Die deutsche Bundespolizei könnte bald ohne funktionierende Körperkameras dastehen. Der aktuelle Hersteller plant, die Unterstützung für die bestehenden Modelle einzustellen – damit droht der Behörde im Jahr 2023 ein erheblicher Mangel. Die Beamten sind auf diese Geräte angewiesen, um Einsätze aufzuzeichnen und Beweismaterial zu sichern.
Ausgelöst wurde die Krise durch das Scheitern einer Ausschreibung für 2.500 neue Körperkameras, mit einer Option auf weitere 1.500 Geräte. Das Beschaffungsverfahren im Volumen von fünf Millionen Euro platzte, nachdem zusätzliche Anforderungen wie austauschbare Akkus das Angebot für Bieter unattraktiv machten. Einige der aktuellen Modelle sind zudem nahtlos mit den Tasern der Polizei kompatibel, was einen Austausch weiter verkompliziert.
Nun hoffen die Behörden, dass der bestehende Hersteller die Unterstützung verlängert – doch auch das würde Millionen kosten. Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bundespolizei, fordert das Bundesinnenministerium zum schnellen Handeln auf. Ohne Lösung könnten die Beamten bereits im nächsten Jahr ohne einsatzfähige Kameras dastehen.
Das gescheiterte Vergabeverfahren bringt die Polizei in eine schwierige Lage. Körperkameras haben sich als unverzichtbar erwiesen, um angespannte Situationen zu deeskalieren und Straftaten zu dokumentieren. Ein Mangel an funktionierenden Geräten könnte 2023 die Polizeiarbeit und die Beweissicherung erheblich beeinträchtigen.
