Banula-Revolution: E-Autos mit eigenem Stromvertrag an öffentlichen Säulen laden
Friedrich-Wilhelm WerneckeBanula-Revolution: E-Autos mit eigenem Stromvertrag an öffentlichen Säulen laden
Neues System für E-Auto-Laden rollt in Deutschland aus
Mit dem Banula-Projekt können Autofahrer nun ihren eigenen Stromvertrag an öffentlichen Ladesäulen nutzen. Die Neuerung könnte die Kosten senken und die Abrechnung für viele Verkehrsteilnehmer vereinfachen.
Anders als bei herkömmlichen Roaming-Modellen ist das Banula-System nicht an die Tarife eines bestimmten Anbieters gebunden. Stattdessen lassen sich die individuellen Stromtarife der Nutzer an jeder kompatiblen Ladestation anwenden. Über sogenannte "virtuelle Bilanzkreise" wird der Verbrauch erfasst, um eine präzise Abrechnung für jeden Kunden zu gewährleisten.
Das Projekt startete als Pilotvorhaben im Netzgebiet von TransnetBW und wurde inzwischen auf das Netz eines zweiten Übertragungsnetzbetreibers ausgeweitet. Eine neue öffentliche Ladesäule am Standort Harthausen des Unternehmens OLI Systems – ausgestattet mit Technik von Amperfied – ist bereits nach diesem Modell in Betrieb.
Geleitet wird die Initiative vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), das mit sieben weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie zusammenarbeitet. Ziel ist ein nahtloses, flächendeckendes Ladenetz. Das Projekt setzt auf das "Durchleitungsmodell", eine Abrechnungsmethode, die von der Bundesregierung bereits für die Ladeinfrastruktur von E-Lkw genehmigt wurde.
Durch den Abbau von Hürden soll Banula das Laden günstiger und nutzerfreundlicher machen. Langfristig planen die Verantwortlichen, die Forschungsergebnisse in einen kommerziellen Service zu überführen – und so nicht nur Fahrern Kosten zu sparen, sondern auch die Verbreitung von Elektroautos zu fördern.
Das Banula-System ist bereits an ausgewählten Standorten aktiv und wird weiter ausgebaut. Autofahrer können ihre Fahrzeuge mit ihrem eigenen Stromvertrag laden und so potenziell Geld sparen. Gelingt das Projekt, könnte es den Weg für einen standardisierten, bundesweiten Ansatz beim öffentlichen Laden von E-Autos ebnen.






