CDU-Mitglieder brechen Tabu: Erste Kooperationen mit der AfD sorgen für Eklat
Corinna SchinkeCDU-Mitglieder brechen Tabu: Erste Kooperationen mit der AfD sorgen für Eklat
Die langjährige politische Brandmauer gegen die rechtspopulistische AfD zeigt erste Risse. In mehreren Regionen arbeiten lokale CDU-Funktionäre mittlerweile mit AfD-Mitgliedern zusammen – trotz massiven Widerstands aus den gemäßigteren Parteikreisen. Diese Annäherungen haben Parteiausschlussverfahren und scharfe interne Kritik ausgelöst.
In Biebesheim (Hessen) etwa bildeten CDU-Politiker kürzlich ein Bündnis mit der AfD, um dieser einen Sitz im Gemeindevorstand zu sichern. Die Entscheidung sorgte innerhalb der Partei für Empörung und führte zu disziplinarischen Maßnahmen gegen die Beteiligten. Die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach verurteilte die Ausschlüsse und warf dem Bezirksverband vor, "Demokratie" scheinbar als "Fremdwort" zu betrachten.
Doch die Entwicklung beschränkt sich nicht auf Hessen. Auch in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg stellen CDU-Mitglieder die Brandmauer-Politik zunehmend infrage. Gleichzeitig macht der AfD-Zulauf in Umfragen es den etablierten Parteien immer schwerer, eine Zusammenarbeit zu vermeiden. Der AfD-Abgeordnete Ruben Rupp argumentiert, der wachsende Zuspruch lasse den traditionellen Parteien kaum noch Spielraum, seine Partei auszuschließen.
AfD-Politiker Richard Graupner warnte, die CDU riskiere, künftig stärker durch ausgeschlossene als durch aktive Mitglieder geprägt zu werden. Umfragen deuten zudem darauf hin, dass die Mehrheit der Wähler etablierter Parteien die Blockadehaltung nicht mehr unterstützt – was den Druck auf die Parteispitzen erhöht, ihre Position zu überdenken.
Die einst klare Abgrenzungsstrategie gegen die AfD gerät zunehmend unter Druck. Angesichts wachsender lokaler Kooperationen und eines Stimmungswandels in der Bevölkerung stehen die etablierten Parteien vor schwierigen Entscheidungen. Die Folgen könnten die politische Landschaft Deutschlands in den kommenden Monaten grundlegend verändern.






