16 March 2026, 18:35

Die Linke scheitert in Baden-Württemberg – doch junge Wähler bleiben treu

Eine 19. Jahrhundert-Karte von Deutschland, die politische Teilungen zeigt, mit beschreibendem Text oben und unten.

Die Linke scheitert in Baden-Württemberg – doch junge Wähler bleiben treu

Die Linke verzeichnet in jüngsten Landeswahlen gemischte Ergebnisse. Bei der baden-württembergischen Landtagswahl 2026 erreichte die Partei nur 4,4 Prozent – und verfehlte damit die Fünf-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament. Trotz dieses Rückschlags verzeichnet sie ein starkes Mitgliedschaftswachstum und wachsende Unterstützung bei jüngeren Wählerinnen und Wählern.

In Baden-Württemberg fiel das Ergebnis der Linken im Vergleich zu ihrem Hoch von 6,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025 zurück. Zwar konnte die Partei 10.000 neue Wählerinnen und Wähler gewinnen, die zuvor nicht zur Wahl gegangen waren, sowie 5.000 von der SPD, verlor jedoch Stimmen an die Grünen, die AfD und kleinere Parteien. In urbanen Zentren wie Freiburg, Tübingen, Heidelberg und Karlsruhe schnitt sie überdurchschnittlich ab, während die Unterstützung auf dem Land schwach blieb.

In Bayern hingegen erzielte die Partei deutliche Fortschritte. Sie ist nun in 66 der 71 Landkreistage vertreten und hat ihre kommunale Vertretung auf über 300 Mandate verdoppelt. Die Wählerzahl stieg von etwa 87.000 auf rund 213.000. Auch in Baden-Württemberg wuchs die Mitgliedschaft rasant – von 4.400 auf über 10.000 innerhalb von nur 18 Monaten.

Die Linke hatte im Wahlkampf für ein Landesgesetz zur Erhöhung der Löhne im öffentlichen Dienst geworben, das nun aufgrund des gescheiterten ParlamentsEinzugs nicht umgesetzt wird. Parteichefin Ines Schwerdtner lehnt einen Kurswechsel ab, obwohl Forderungen nach einer klareren Profilierung und einer stärkeren Ausrichtung auf ländliche Regionen laut werden. Bemerkenswert ist, dass die Partei in Baden-Württemberg 13 Prozent der Stimmen der 16- bis 24-Jährigen gewann.

Die Zukunft der Linken in Baden-Württemberg hängt davon ab, ob es ihr gelingt, ihre Präsenz auf dem Land auszubauen und junge Wählerinnen und Wähler zu halten. Ohne parlamentarische Vertretung bleiben zentrale Vorhaben wie das Tarifgesetz für den öffentlichen Dienst blockiert. Gleichzeitig deuten die Erfolge in Bayern und der Mitgliederschub auf eine sich wandelnde, aber weiterhin ungleich verteilte Wählerbasis hin.

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