17 April 2026, 18:32

GDL-Chef Reißen wirft der Deutschen Bahn "Geldwäscheoperation" vor

Anzeige für einen Zug mit einem Zugbild, Text 'Dresdner Transport & Lagerhaus-Akt-Ges' und Gebäuden im Hintergrund.

GDL-Chef Reißen wirft der Deutschen Bahn "Geldwäscheoperation" vor

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) scharf für ihr finanzielles Missmanagement kritisiert. Er bezeichnete die komplexe Unternehmensstruktur als ineffizient und verglich sie mit einer "Geldwäscheoperation". Seine Äußerungen folgen auf jüngste Führungswechsel und anhaltende Bedenken hinsichtlich der Transparenz beim staatlichen Bahnkonzern.

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Reißen richtete seinen Vorwurf insbesondere gegen das weitverzweigte Netz von DB-Tochtergesellschaften, deren Zahl einst über 1.000 lag, inzwischen aber auf unter 600 reduziert wurde. Er behauptete, diese Unternehmen dienten dazu, Geldflüsse zu verschleiern und Steuergelder zu sichern. Der Gewerkschaftschef warf dem Konzern zudem interne Abrechnungspraktiken vor, die die tatsächlichen Kosten und die Produktivität verzerrten.

Er unterstützte zwar die jüngsten Schritte von DB-Chefin Evelyn Palla zur Straffung der Unternehmensführung, darunter die Halbierung der Größe des Vorstandsteams. Reißen billigte auch Pallas Entlassung von Spitzenkräften wie Sigrid Nikutta und Karin Dohm als notwendig für eine konsequente Führung. Allerdings kritisierte er, dass Palla zu viele Versprechen mache und nicht entschlossen genug handle.

Besonders verärgert zeigte sich Reißen über die Berufung von Karin Dohm zur Finanzvorständin, die er für die Position als unqualifiziert bezeichnete. Er warnte, ihre Ernennung werde voraussichtlich zu weiteren Streitigkeiten und zusätzlichen Belastungen für die Steuerzahler führen. Sein zentrales Argument galt einer besseren Unternehmensführung als Schlüssel zur Verbesserung der finanziellen Performance und der betrieblichen Effizienz der DB.

Die Äußerungen des Gewerkschaftschefs unterstreichen die anhaltenden Spannungen um die Finanzpraktiken und Führungsentscheidungen der Deutschen Bahn. Mit weniger Tochtergesellschaften und einem schlankeren Management steht das Unternehmen nun unter Druck, mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht zu zeigen. Reißens Kritik deutet darauf hin, dass weitere Reformen – und möglicherweise neue Konflikte – bevorstehen könnten.

Quelle