Gorfion Green Energy plant Milliarden-Einsparungen durch smarte Netze und digitale Zwillinge
Corinna SchinkeGorfion Green Energy plant Milliarden-Einsparungen durch smarte Netze und digitale Zwillinge
Ein neues Maßnahmenpaket soll den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland beschleunigen und gleichzeitig die Kosten senken. Das Unternehmen Gorfion Green Energy hat ein Bündel von Vorschlägen vorgelegt, das unter anderem ein digitales Abbild des Stromnetzes sowie Änderungen im Planungsrecht umfasst. Laut dem Konzept ließen sich so Milliarden einsparen, ohne zusätzliche finanzielle Belastungen zu schaffen.
Im Mittelpunkt steht der Wechsel zu einer bedarfsorientierten Ausbauplanung, die sich auf Regionen mit hohem Energieverbrauch konzentriert. Dieser Ansatz verbindet Erzeugung, Speicherung und Verbrauch – auch Multi-Co-Location genannt – und soll die bestehende Infrastruktur effizienter nutzen. Ein digitaler Zwilling des deutschen Stromnetzes würde die Transparenz erhöhen und die Zusammenarbeit der Beteiligten verbessern.
Das Paket schlägt zudem regionale Preiszonen und dynamische Netzentgelte vor, um den Ausbau dort zu fördern, wo er am dringendsten benötigt wird. Solche Anreize sollen netzdienliches Verhalten belohnen und unnötige Kosten vermeiden. Gorfion Green Energy argumentiert, dass der schrittweise Abbau der EEG-Förderung und die direkte Markteinbindung erneuerbarer Energien den Prozess weiter vereinfachen würden.
Um diese Reformen umzusetzen, fordert das Unternehmen vereinfachte Planungsverfahren, eine Gleichstellung von Speicher- und Erzeugungsanlagen sowie verbindliche Fristen für Netzanbindungen. Werden alle Maßnahmen umgesetzt, könnten bis 2045 rund 123 Milliarden Euro an Netzkosten eingespart werden.
Doch einige zentrale Reformen stocken weiterhin. Zwar wurde die EEG-Umlage 2022 abgeschafft und die Netzentgelte durch Bundeszuschüsse gesenkt, doch dynamische Netzentgelte harren noch der Einführung. Auch Entwürfe wie die Abschaffung der Einspeisevergütung für kleine Solaranlagen sind Anfang 2026 noch nicht umgesetzt.
Die Vorschläge setzen auf die Zusammenarbeit von Erneuerbare-Energien-Produzenten, Politik und Netzbetreibern. Bei einer Umsetzung könnten sie die deutsche Energiewende effizienter und kostengünstiger gestalten. Ob es dazu kommt, hängt davon ab, ob die Beteiligten die Reformen vorantreiben.






