KI JANO soll Gerichtsurteile in Baden-Württemberg und Hessen anonymisieren
Nuray PlathKI JANO soll Gerichtsurteile in Baden-Württemberg und Hessen anonymisieren
Baden-Württemberg und Hessen haben ein gemeinsames Projekt gestartet, um Gerichtsurteile mithilfe von Künstlicher Intelligenz zu anonymisieren. Das neue Werkzeug mit dem Namen JANO soll den Prozess vereinfachen, während die Kontrolle in den Händen von Juristen bleibt. Vertreter beider Bundesländer stellten die Initiative diese Woche am Landgericht Mannheim vor.
Die Justizministerinnen Marion Gentges (Baden-Württemberg) und Roman Poseck (Hessen) präsentierten das Projekt offiziell. Sie betonten, dass JANO die menschliche Prüfung bei der Anonymisierung sensibler juristischer Dokumente unterstützen, aber nicht ersetzen solle.
Bei JANO handelt es sich um das dritte KI-System, das in den Gerichten Baden-Württembergs eingeführt wird – nach OLGA und Codefy. Gleichzeitig wird auch das Amtsgericht Hanau in Hessen die Technologie testen. Beide Länder planen, den Prototypen 2025 in ausgewählten Gerichten weiter auszubauen und zu verfeinern.
Neben der Beschleunigung der Anonymisierung sollen die aufbereiteten Urteile auch als Trainingsmaterial für zukünftige KI-Anwendungen dienen. Ministerin Gentges hob hervor, dass das Projekt die Vorreiterrolle Baden-Württembergs bei der Digitalisierung des Justizwesens unterstreiche.
Der JANO-Prototyp wird 2025 weiteren Tests unterzogen. Gerichte in beiden Bundesländern werden seine Effizienz und Zuverlässigkeit bewerten. Bei Erfolg könnte das Werkzeug zum Standard in juristischen Arbeitsabläufen in ganz Deutschland werden.






