Komponist Ruzicka verklagt GEMA wegen drastischer Tantiemen-Kürzungen
Friedrich-Wilhelm WerneckeKomponist Ruzicka verklagt GEMA wegen drastischer Tantiemen-Kürzungen
Der Komponist Peter Ruzicka hat rechtliche Schritte gegen die GEMA, Deutschlands größte Verwertungsgesellschaft für Musikrechte, eingeleitet. Er wirft der Organisation vor, dass ihre geplante Reform unter dem Titel "Neue Kulturförderung" die Einnahmen von Komponisten um bis zu 70 Prozent kürzen und die Zukunft der ernsten Musik gefährden würde.
Ruzicka hat beim Bundeskartellamt eine Beschwerde eingereicht und fordert ein Missbrauchsverfahren sowie einstweilige Maßnahmen, um die geplante Abstimmung zu stoppen. Die Reform, die auf der GEMA-Mitgliederversammlung am 6. und 7. Mai 2026 beschlossen werden soll, würde die Tantiemen vieler Komponisten drastisch reduzieren.
In seiner Klage argumentiert er, dass die Änderungen irreversibel seien und es an einer ausreichenden Begründung fehle. Gestützt auf Daten des Deutschen Komponistenverbandes und eigene Zahlen der GEMA warnt er, dass sinkende Einnahmen verhindern könnten, dass aufstrebende Komponisten die für das Stimmrecht erforderlichen Mindestgrenzen erreichen.
Zudem wirft Ruzicka der GEMA vor, gegen Antidiskriminierungsgesetze zu verstoßen. Als marktbeherrschendes Unternehmen, so seine Begründung, benachteilige die Organisation mit ihren Plänen unrechtmäßig vor allem Komponisten klassischer und zeitgenössischer Musik.
Mit dem juristischen Vorgehen will Ruzicka die Reform vor der Abstimmung im Mai 2026 blockieren. Sollte die Neuregelung umgesetzt werden, hätte dies weitreichende Folgen für die Verteilung der Tantiemen und die langfristigen Einkommen der Komponisten. Die GEMA hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.






