Kretschmann stärkt deutsch-französische Zusammenarbeit in Grand Est mit Fokus auf KI und Quantenforschung
Mustafa TröstKretschmann stärkt deutsch-französische Zusammenarbeit in Grand Est mit Fokus auf KI und Quantenforschung
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat einen offiziellen Besuch in der französischen Region Grand Est begonnen. Die Reise ist bereits sein neunter Frankreich-Besuch in fast 15 Jahren Amtszeit. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie zukunftsweisende Forschungsfelder wie Künstliche Intelligenz und Quanten-Technologie.
Auf dem Programm stehen Treffen mit Regionalpolitikern, Wirtschaftsvertretern und Forschern. Ein Höhepunkt ist der Besuch des Quantenforschungszentrums der Universität Straßburg, einer der führenden Einrichtungen Europas auf diesem Gebiet. Zudem wird Kretschmann die Gedenkstätte Hartmannswillerkopf im Elsass besuchen, die an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnert und die deutsch-französische Freundschaft symbolisiert.
Der Besuch unterstreicht die engen wirtschaftlichen und sozialen Verbindungen zwischen Baden-Württemberg und seinen Nachbarregionen. Frankreich ist nach wie vor der zweitwichtigste Handelspartner des Landes mit Einfuhren im Wert von fast 18 Milliarden Euro im Jahr 2024. Der grenzüberschreitende Pendlerverkehr ist Alltag: Rund 60.000 Menschen pendeln täglich aus Baden-Württemberg in die Schweiz, während viele Elsässer im deutschen Südwesten arbeiten.
Kretschmann betont die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Gemeinsame Anstrengungen in Technologie und Verteidigung seien entscheidend für die globale Wettbewerbsfähigkeit, so der Ministerpräsident. Die Reise findet vor dem Hintergrund wachsender Spekulationen über seine politische Zukunft statt – bei der Landtagswahl 2026 wird er nicht mehr antreten.
Frankreich teilt sich mit Baden-Württemberg eine 180 Kilometer lange Grenze, die längste zu einem Nachbarland des Bundeslandes. Während seiner Amtszeit hat Kretschmann zehn offizielle Besuche in der Schweiz und neun in Frankreich absolviert – ein Zeichen für die Priorität der grenzüberschreitenden Beziehungen.
Die Reise festigt die Bindungen in Handel, Forschung und historischer Erinnerung. Mit seinem Fokus auf Kooperation will Kretschmann die Position Baden-Württembergs in Schlüsselbranchen stärken. Ob es sein letzter Auslandsbesuch als Ministerpräsident bleibt, steht noch nicht fest.