Landtagswahl 2026: Baden-Württembergs Parteien kämpfen um FDP-Wähler nach historischem Aus
Nuray PlathLandtagswahl 2026: Baden-Württembergs Parteien kämpfen um FDP-Wähler nach historischem Aus
Politische Machtverhältnisse in Baden-Württemberg nach der Landtagswahl 2026 neu geordnet
Nach der Landtagswahl 2026 hat sich die politische Landschaft in Baden-Württemberg grundlegend verändert. Die FDP ist erstmals seit 1992 nicht mehr im Landtag vertreten – übrig bleiben vier Hauptparteien: CDU, Grüne, SPD und AfD. Franziska Brantner, Co-Vorsitzende der Grünen, wirbt nun um ehemalige FDP-Wählerinnen und -Wähler, und zwar sowohl in Baden-Württemberg als auch in Rheinland-Pfalz.
In Baden-Württemberg verloren die Grünen bei der Wahl 2026 zwei Sitze und kommen nun auf 56 Mandate. Die CDU legte hingegen 14 Sitze zu und stellt ebenfalls 56 Abgeordnete. Die AfD verzeichnete einen deutlichen Zuwachs und steigerte ihre Sitzzahl um 18 auf 35. Die SPD hingegen büßte neun Sitze ein und ist nur noch mit 10 Vertretern im Landtag präsent. Die FDP, die 2021 noch 18 Sitze gehalten hatte, scheiterte diesmal an der Fünf-Prozent-Hürde und zog nicht mehr ein.
Brantner betonte den Rückgang liberaler Kräfte in den Landesparlamenten. Liberale Demokratie brauche starke Verteidiger, so ihre Argumentation – daher rief sie ehemalige FDP-Anhänger auf, die Grünen als politische Alternative in Betracht zu ziehen. Ihr Appell erinnert an eine ähnliche Initiative des früheren Grünen-Chefs Cem Özdemir, der sich bereits früher an enttäuschte FDP-Wähler gewandt hatte.
In Rheinland-Pfalz bleibt die Lage indes unklar, da seit 2021 keine aktualisierten Wahldaten vorliegen. Die letzte Regierungskoalition dort bestand aus SPD, CDU und FDP – über jüngere Entwicklungen gibt es jedoch keine belastbaren Informationen.
Die Grünen werben nun gezielt um ehemalige FDP-Sympathisanten in beiden Bundesländern. Brantners Vorstoß fällt in eine Phase, in der das Fehlen der FDP im baden-württembergischen Landtag die Parteienkonstellationen neu ordnet. Die Folgen dieses Wandels könnten künftige politische Bündnisse in der Region prägen.






