26 April 2026, 16:28

Machtkampf im Automobilhandwerk: ZDK und ZVK am Rande der Spaltung

Moderner Glasfront-BMW-Hauptsitz in Frankfurt, Deutschland, mit Text an der Fassade, Menschen vor dem Gebäude und einem Baum links.

Machtkampf im Automobilhandwerk: ZDK und ZVK am Rande der Spaltung

Langwieriger Streit zwischen Automobilverband und Handwerksorganisation eskaliert

Der seit Langem schwelende Konflikt zwischen dem Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Zentralverband Deutches Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK) hat sich dramatisch zugespitzt. Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach finanzieller Umverteilung, Reformen der Verbandsführung sowie Vorwürfe gezielter Destabilisierungsversuche gegen den ZDK. Sollten keine Kompromisse gefunden werden, droht eine Spaltung der beiden Organisationen.

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Im Januar hatte der ZDK satzungsrechtliche Änderungen durchgesetzt, die mehr Transparenz schaffen und die Strukturen an die "realen Gegebenheiten der Branche" anpassen sollen. Diese Reformen vertieften jedoch die Spannungen mit dem ZVK, der zuvor erheblichen Einfluss innerhalb des Verbandes besaß.

Die Krise verschärfte sich im Oktober 2025, als der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK für sich beanspruchte. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn bezeichnete diesen Schritt als Versuch, den Verband "auszuhungern" und zur Unterwerfung zu zwingen. Seitdem dreht sich der Streit um die Kontrolle über Finanzen, Entscheidungsbefugnisse und die künftige Rolle des ZVK in der ZDK-Führung.

Die neuen Reformen beschneiden die bisher garantierte Vertretung des ZVK im ZDK-Vorstand. Während der ZVK früher drei feste Sitze sowie ein Vizepräsidium innehatte, sieht die aktualisierte Satzung nur noch einen Vertreter aus dem Handwerksbereich vor – dessen Bestätigung zudem von der demokratischen Abstimmung der Mitgliederversammlung abhängt. Der ZDK begründet die Änderung mit fairerer Repräsentation und der Vermeidung von Interessenkonflikten.

Zudem wirft der ZDK dem ZVK vor, durch den Abzug gemeinsamer Mitarbeiter aus Gremien eine Spaltung voranzutreiben. Als Gegenmaßnahme schafft der Verband direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten, um diese an die Bonner Zentrale anzubinden – selbst wenn Landesverbände austreten. Zusätzlich will der ZDK die regionale Vernetzung ausbauen und gezielt markengebundene Händler in Bayern und Nordrhein-Westfalen ansprechen.

Ein weiterer Zankapfel ist die einheitliche Außenkommunikation. Künftig dürfen nur noch die ZDK-Spitze offizielle Stellungnahmen abgeben, um widersprüchliche Botschaften zu vermeiden. Präsident Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler betonen, die Maßnahmen entsprächen den aktuellen Branchenanforderungen und verhinderten, dass interne Gräben die Interessen der gesamten Automobilwirtschaft untergraben.

Trotz der angespannten Lage hält der ZDK die Tür für eine Versöhnung offen. Eine Rückkehr zur Zusammenarbeit sei möglich – vorausgesetzt, der ZVK akzeptiert die neuen Strukturen und anerkennt die Entscheidungshoheit der Bonner Zentrale.

Die Reformen markieren einen klaren Kurswechsel: Der Einfluss des ZVK wird zurückgedrängt, Entscheidungen werden zentralisiert. Werkstätten erhalten alternative Anbindungsmöglichkeiten, während regionale Initiativen Lücken schließen sollen, die durch austretende Landesverbände entstehen. Ob es zu einer Einigung kommt oder der ZVK die Autorität des ZDK weiter infrage stellt, wird die nächste Phase bestimmen.

Quelle