Neue Tankstellenregeln starten mit Verzögerung – Kritik an schwacher Preiskontrolle
Friedrich-Wilhelm WerneckeNeue Tankstellenregeln starten mit Verzögerung – Kritik an schwacher Preiskontrolle
Die neuen Regeln für die Preisfestsetzung an Tankstellen treten nun mittwochs statt wie ursprünglich geplant samstags in Kraft. Die Verzögerung hat Kritik von der Linken hervorgerufen, die darin ein Zeichen für schwache Durchsetzung sieht. Gleichzeitig loben Vertreter der Branche die Reformen als bedeutenden Fortschritt.
Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) begrüßte die Änderungen und bezeichnete sie als die bisher stärkste Maßnahme gegen die Ölkonzerne. Sprecher Herbert Rabl nannte das Tempo der Reformen beispiellos. Gleichzeitig warnte er, dass bei anhaltender Funktionsstörung des Marktes weiterhin ein stillschweigendes Kartell zwischen den Unternehmen bestehen könnte.
Unter normalen Bedingungen, erklärte Rabl, müssten die Spritpreise nach der täglichen Anpassung um 12 Uhr mittags deutlich sinken. Geschieht dies nicht, könnte dies auf Absprachen statt auf fairen Wettbewerb hindeuten.
Janine Wissler, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken, bezeichnete die Verzögerung als typisch für symbolische Politik. Zwar verbesserten die neuen Regeln die Transparenz, doch würden sie die Preise für Autofahrer nicht spürbar senken, argumentierte sie. Stattdessen forderte sie eine Übergewinnsteuer, um Krisengewinne zu begrenzen und das Geld an die Verbraucher weiterzugeben.
Die Vorschriften treten nun unter der Woche in Kraft – später als zunächst angekündigt. Branchenverbände sehen darin ein scharfes neues Instrument gegen unfaire Preispolitik. Kritiker zweifeln jedoch daran, dass sie spürbare Ersparnisse für Autofahrer bringen werden.






