Nordkurier stellt auf Abendzustellung um – das Ende der Morgenzeitung?
Friedrich-Wilhelm WerneckeNordkurier stellt auf Abendzustellung um – das Ende der Morgenzeitung?
Die Nordkurier Mediengruppe stellt die Zustellung ihrer gedruckten Zeitungen um. Künftig werden Titel wie der Nordkurier, die Schweriner Volkszeitung, die Schwäbische Zeitung und der Zollern-Alb-Kurier nicht mehr morgens, sondern abends ausgeliefert. Hintergrund der Änderung sind steigende Kosten und sinkende Auflagen, die die frühmorgendliche Zustellung unwirtschaftlich machen.
Das Unternehmen führt höhere Mindestlöhne und rückläufige Abonnentenzahlen als Gründe für die Entscheidung an. Die Morgenzustellung sei schlicht zu teuer geworden. Stattdessen baut die Gruppe ein eigenes Logistiknetz auf, das künftig abends nicht nur Zeitungen, sondern auch Pakete, Lebensmittel, Medikamente und Briefe ausliefert.
Das neue System wird bereits in ausgewählten Regionen getestet, wobei erste Rückmeldungen positiv ausfallen sollen. Der Paketdienst Hermes hat sich als Kunde für den erweiterten Service verpflichtet, der noch in diesem Jahr vollständig an den Start gehen soll.
Parallel zur Umstellung der Lieferzeiten erscheinen die Printausgaben künftig von Dienstag bis Sonntag statt wie bisher von Montag bis Samstag. Die digitalen Ausgaben werden hingegen weiterhin täglich aktualisiert.
Verlage, die nicht auf die Abendzustellung umsteigen, könnten vor eine schwierige Entscheidung gestellt werden. Ohne Anpassung müssten sie ihren Lesern möglicherweise mitteilen, dass gedruckte Zeitungen in ihrer Region künftig nicht mehr verfügbar sind – und nur noch digitale Ausgaben angeboten werden können. Der Schritt markiert einen tiefgreifenden Wandel in der Verteilung regionaler Zeitungen an ihre Leserschaft.






