06 May 2026, 06:42

Pharma- und Biotechbranche warnt vor Abhängigkeit von China und fordert rasche Reformen

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Pharma- und Biotechbranche warnt vor Abhängigkeit von China und fordert rasche Reformen

Fünf große Verbände der Pharma- und Biotechnologiebranche haben Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in einem gemeinsamen Schreiben zu raschem Handeln aufgefordert. Darin warnen sie vor der wachsenden Abhängigkeit Deutschlands von China bei wichtigen Wirkstoffen und Schlüsseltechnologien. Gleichzeitig betonen die Verbände, dass jüngste politische Weichenstellungen die globale Wettbewerbsfähigkeit des Sektors gefährden könnten.

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Scharf kritisiert wird das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das aus Sicht der Branche für Instabilität sorge. Die geplanten Sparmaßnahmen – darunter strengere Preisobergrenzen für patentgeschützte Medikamente und eine verschärfte mengenbasierte Preisregulierung – würden Innovationen hemmen und Patienten den Zugang zu neuen Therapien erschweren, so die Argumentation.

Zwar werde anerkannt, dass der jüngste Pharma-Dialog dazu beigetragen habe, das Vertrauen zwischen Politik und Industrie wiederherzustellen. Doch seien umfassendere Reformen dringend notwendig, heißt es in dem Schreiben. Gefordert wird eine abgestimmte, ressortübergreifende Strategie unter Einbindung aller relevanten Bundesministerien sowie der Bundeskanzlei. Die Verbände verweisen darauf, bereits detaillierte Reformvorschläge eingereicht zu haben – bisher jedoch ohne Rückmeldung.

Im Mittelpunkt der Sorgen stehen der globale Wettbewerb und die Verwundbarkeit der Lieferketten. Ohne entschlossenes Handeln drohe Deutschland seine führende Position in Forschung, Entwicklung und Produktion zu verlieren, warnen die Unterzeichner. Sie pochen darauf, dass die nächste Phase der Pharma-Strategie alle staatlichen Akteure einbezieht und sofortige Maßnahmen ergreifen werden müssen, um die internationale Marktposition zu sichern.

Das Schreiben macht deutlich: Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und die Stabilisierung der Lieferketten müssen absolute Priorität haben. Nur so könne der Pharmastandort Deutschland seine Spitzenstellung langfristig behaupten.

Quelle