Porsche bremst E-Auto-Pläne: Verbrenner und Hybride bleiben länger im Programm
Corinna SchinkePorsche bremst E-Auto-Pläne: Verbrenner und Hybride bleiben länger im Programm
Porsche hat sein Ziel, bis 2030 fast ausschließlich Elektrofahrzeuge anzubieten, verschoben. Die Entscheidung fällt in eine Zeit steigender Energiekosten, instabiler Inflation und sich wandelnder Marktnachfrage, die für Unsicherheit sorgen. Das Unternehmen plant nun, Modelle mit Verbrennungsmotor und Hybridantrieb länger als ursprünglich vorgesehen in der Produktion zu halten.
In den vergangenen zwei Jahren ist Porsches Marktanteil bei Elektrofahrzeugen deutlich gesunken. In Europa fielen die Verkäufe von etwa 15 auf 10 Prozent, in China sogar von 8 auf nur noch 5 Prozent. Schwache Nachfrage nach dem Taycan und starkes Interesse an den Benzin- und Hybridversionen des Macan trugen zu diesem Rückgang bei. Auch regulatorische Hürden in China spielten eine Rolle.
Gleichzeitig blieb der Anteil der Verbrenner bei Porsche stabil bei 60 bis 65 Prozent, während Hybride auf 25 bis 30 Prozent wuchsen. Das Unternehmen hat die Produktionsdauer der Modelle Panamera und Cayenne verlängert, die beide mit Benzin- und Hybridantrieben erhältlich sind.
Die allgemeine Wirtschaftslage verschärft den Druck: Die Preise für Brent-Rohöl stiegen in den letzten Monaten um 27 Prozent, und die Europäische Zentralbank erhöhte ihre Inflationsprognose für 2026 auf 2,6 Prozent. Auch der Aktienkurs von Porsche erreichte ein 52-Wochen-Tief – ein Zeichen für die Sorgen der Anleger.
Das Unternehmen betont zwar, langfristig weiterhin auf Elektromobilität zu setzen. Kurzfristig wird es jedoch sein Angebot an die aktuelle Nachfrage anpassen, um die Umsatzstabilität zu sichern.
Porsches überarbeitete Strategie unterstreicht die Herausforderungen bei der Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Faktoren wie Infrastrukturdefizite, Batterietechnologie und die Versorgung mit Rohstoffen prägen weiterhin den Markt. Die Gewinne des Unternehmens in diesem Jahr werden maßgeblich von den Verkäufen seiner hochpreisigen Hybridmodelle in Europa und China abhängen.






