Solarstrom auf Rädern: Kühlauflieger mit Photovoltaik im Praxistest
Corinna SchinkeSolarstrom auf Rädern: Kühlauflieger mit Photovoltaik im Praxistest
Ein Kühlauflieger mit Solarmodulen wird derzeit unter realen Bedingungen getestet. Das Projekt, geleitet vom Logistikunternehmen Dachser und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), soll untersuchen, wie mobiler Solarstrom den Transportsektor revolutionieren könnte. Erste Messungen zeigen, dass das System bis zu 1.700 Watt erzeugt – genug, um die Ladungstemperatur selbst bei kaltem Wetter über zwei Grad Celsius zu halten.
Der Versuch knüpft an frühere Arbeiten von Dachser an, die 2016 mit einem Solar-Auflieger-Prototyp für lokale Lieferungen aus Ulm begannen. Diesmal haben die Projektpartner einen Kühlauflieger mit Photovoltaikmodulen, einem Batteriespeicher, Temperatursensoren und einer Steuereinheit ausgestattet. Die Anlage soll Solarenergie auffangen und im Winter zur Beheizung des Laderaums nutzen.
In den kommenden Monaten werden die Forscher Daten sammeln, um die jährliche Energieausbeute des Systems zu ermitteln. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob ähnliche Technologien künftig Kühlaggregate, Gabelstapler oder sogar alternative Antriebssysteme betreiben könnten. Matthieu Ebert, Projektleiter am Fraunhofer ISE, sieht in der Initiative eine Chance, Transport und nachhaltige Energieversorgung enger zu verknüpfen.
Besonderes Interesse gilt der Frage, wie viel Energie die Module unabhängig vom Nutzer erzeugen. Zuverlässige Winterdaten sind entscheidend, um die langfristige Eignung des Systems für den gewerblichen Transport zu bewerten.
Die Tests werden konkrete Zahlen liefern, wie viel Solarstrom ein fahrender Auflieger erzeugen kann. Bei Erfolg könnte die Technologie die Abhängigkeit von herkömmlichen Energiequellen in der Logistik verringern. Die Ergebnisse könnten zudem Türen für weitere Anwendungen im Kühltransport und darüber hinaus öffnen.






