Volocopter kämpft ums Überleben – rettet Geely das deutsche Lufttaxi-Projekt?
Friedrich-Wilhelm WerneckeVolocopter kämpft ums Überleben – rettet Geely das deutsche Lufttaxi-Projekt?
Deutscher Lufttaxi-Entwickler Volocopter steht vor schweren finanziellen Herausforderungen
Das in Bruchsal ansässige Unternehmen kämpft seit Langem um die Zulassung seiner fliegenden Roboter-Taxis durch die Aufsichtsbehörden. Nun steht der chinesische Mischkonzern Geely kurz davor, eine Mehrheitsbeteiligung zu übernehmen und frisches Kapital bereitzustellen.
Volocopter arbeitet seit Jahren an der Entwicklung elektrischer Lufttaxis, hat jedoch noch immer keine Musterzulassung für den kommerziellen Passagierbetrieb erhalten. Trotz Investitionen von über 500 Millionen Euro seit 2019 – darunter eine Series-C-Finanzierungsrunde über 182 Millionen Euro im Jahr 2022 unter Führung von BlackRock – konnte das Unternehmen den Vollbetrieb noch nicht aufnehmen. Zu den wichtigsten Geldgebern zählen Mubadala, SVOLT und die Europäische Investitionsbank. Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit Partnern wie Dormakaba, T-Systems sowie Städten wie Singapur, Paris und Osaka.
Ursprünglich hatte Volocopter geplant, während der Olympischen Spiele in Paris erste Lufttaxi-Strecken anzubieten, doch es blieben lediglich Demonstrationsflüge. Der scheidende Vorstandsvorsitzende Dirk Hoke kritisierte kürzlich die unzureichende Unterstützung durch die deutsche Regierung. Gleichzeitig stellte eine Studie des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) den praktischen Nutzen urbaner Lufttaxis infrage: Demnach könnten sie Reisezeiten nicht verkürzen und im Vergleich zu Elektroautos sogar höhere Kosten sowie mehr CO₂-Emissionen verursachen. Die ZEW-Analysten schlagen vor, die Technologie stattdessen für Notfälle oder die Anbindung entlegener Gebiete einzusetzen.
Geely, das bereits Anteile an Volvo und Lotus hält, führt nun ein Konsortium an, das neues Kapital in Volocopter investieren soll. Das Unternehmen wollte sich zu den laufenden Verhandlungen nicht äußern.
Falls die Übernahme zustande kommt, könnte Geelys Engagement Volocopter helfen, die finanziellen Hürden zu überwinden. Dennoch bleibt die regulatorische Zulassung eine entscheidende Voraussetzung für den Start kommerzieller Flüge. Bis dahin hängt die Zukunft des Unternehmens davon ab, sowohl die notwendigen Mittel als auch die erforderlichen Genehmigungen zu sichern.






