ZDK lehnt EU-Pläne zur Fahrzeugkennzeichnung ab – Gebrauchtwagen in der Klemme
Friedrich-Wilhelm WerneckeZDK lehnt EU-Pläne zur Fahrzeugkennzeichnung ab – Gebrauchtwagen in der Klemme
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen den jüngsten Vorschlag der Europäischen Kommission zur Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Nach Angaben des Branchenverbands würden die geplanten Regelungen erhebliche praktische und rechtliche Probleme verursachen – insbesondere bei Gebrauchtwagen. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, in Brüssel einzugreifen, bevor die Änderungen in Kraft treten.
Die Europäische Kommission will die aktuelle Richtlinie 1999/94/EG durch strengere Kennzeichnungsvorschriften ersetzen. Diese würden Händler verpflichten, sowohl für Neu- als auch für Gebrauchtfahrzeuge den Kraftstoffverbrauch und die Emissionswerte anzugeben. Ziel ist es, Verbrauchern beim Autokauf klarere Informationen an die Hand zu geben.
Der ZDK hält die Anwendung dieser Regeln auf Gebrauchtwagen für undurchführbar. Die meisten älteren Modelle wurden nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert, während neuere Fahrzeuge dem WLTP-System (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Händlern fehlen die Mittel, um die Werte zwischen beiden Systemen umzurechnen – eine korrekte Kennzeichnung sei daher unmöglich.
Peckruhn wies zudem auf ein weiteres Problem hin: Viele Gebrauchtwagen wurden im Laufe der Zeit technisch verändert. Die ursprünglichen Verbrauchsdaten treffen oft nicht mehr zu, sodass Händler keine verlässlichen Angaben machen können. Der ZDK warnt, dass einige Händler aus Angst vor rechtlichen Risiken möglicherweise ganz darauf verzichten könnten, ältere Gebrauchtwagen anzunehmen oder zu verkaufen.
Als Reaktion hat der Verband ein acht Punkte umfassendes Positionspapier an die politischen Entscheidungsträger übermittelt. Darin fordert er, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken und bestimmte Fahrzeugtypen von der Regelung auszunehmen.
Die Kritik des ZDK konzentriert sich auf die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung der neuen Vorschriften. Ohne Anpassungen drohten Händlern rechtliche Unsicherheiten und finanzielle Verluste. Das Bundeswirtschaftsministerium steht nun unter Druck, in Brüssel auf Nachbesserungen zu drängen, bevor die Verordnung voranschreitet.






