Berlin feiert Newroz mit Traditionen aus Kurdistan, Persien und Zentralasien
Friedrich-Wilhelm WerneckeBerlin feiert Newroz mit Traditionen aus Kurdistan, Persien und Zentralasien
Berlin bereitet sich auf ein farbenfrohes Newroz-Fest vor – das antike Frühlingsfest zum persischen Neujahr
In diesem Jahr erstreckt sich das Programm über mehrere Veranstaltungsorte in der Stadt, darunter das Humboldt Forum, das Haus der Kulturen der Welt, das Gorki Theater und der Oranienplatz. Die Organisator:innen haben ein ganztägiges Programm zusammengestellt, das Traditionen kurdischer, zentralasiatischer, usbekischer, iranischer und afghanischer Communities zu einem stadtweiten Fest vereint.
Das Humboldt Forum bezieht Newroz in sein Jahresprogramm "Beziehungen: Familie" ein und präsentiert das Fest als ein interkulturelles Familienereignis. Sieben Berliner Vereine haben mit dem Haus kooperiert, um die Feierlichkeiten zu gestalten. Besucher:innen erwarten traditionelle Aktivitäten wie Drachenbau, Eierbemalen und Volkstänze.
Im Haus der Kulturen der Welt steht hingegen die persische Kultur und insbesondere Künstlerinnen im Mittelpunkt. Kuratorin Ava Irandoost hat ein Programm konzipiert, das Newroz als Akt des Widerstands inszeniert – vor allem gegen die Unterdrückung des Festes durch das islamische Regime im Iran. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: iranische und afghanische Perspektiven" beleuchtet, wie Menschen den Feiertag unter Repression begehen.
Die kurdischen Traditionen prägen das Programm im Humboldt Forum, getragen von Gruppen wie Yekmal, Mittani und Royavida. Zentralasiatische und usbekische Bräuche präsentieren GAFCA und San'at, während Mehr und PUK e.V. iranische und afghanische Blickwinkel einbringen. Auch das Gorki Theater und der Oranienplatz bieten Aufführungen und Zusammenkünfte an, sodass das Fest in verschiedenen Stadtteilen erlebbar wird.
Newroz, das von rund 300 Millionen Menschen in über 20 Ländern gefeiert wird, hat seine Wurzeln in zoroastrischen Traditionen. Während es für viele ein Fest der Freude bleibt, prägen politische Restriktionen – wie die Verbote der Taliban in Afghanistan oder historische Unterdrückung im Iran – seine Ausübung in einigen Regionen.
Die Berliner Feierlichkeiten verbinden unterschiedliche Communities durch gemeinsame Bräuche, von Musik und Tanz bis hin zu symbolträchtigen Ritualen. Die Veranstaltungen ehren sowohl den kulturellen Reichtum von Newroz als auch seine Bedeutung als Symbol des Widerstands. Das ganztägige Programm bietet eine seltene Gelegenheit, Traditionen aus kurdischer, persischer, zentralasiatischer und afghanischer Kultur kennenzulernen.






