Stuttgart 21: Freitag entscheidet über Teilinbetriebnahme trotz Milliardenkosten und Verzögerungen
Corinna SchinkeStuttgart 21: Freitag entscheidet über Teilinbetriebnahme trotz Milliardenkosten und Verzögerungen
Stuttgart 21: Weitere Verzögerungen und explodierende Kosten – Entscheidung am Freitag über Teilinbetriebnahme
Das Großprojekt Stuttgart 21 steuert auf weitere Verzögerungen und steigende Kosten zu, die mittlerweile rund 11,3 Milliarden Euro betragen. Eine entscheidende Weichenstellung am Freitag wird klären, ob die Inbetriebnahme verschoben oder schrittweise umgesetzt wird. Unterdessen hinkt die digitale Aufrüstung des Stuttgarter Eisenbahnknotens massiv hinterher.
Die Bauarbeiten für Stuttgart 21 führen bereits jetzt zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Für 2025 sind deutliche Einschränkungen für Fahrgäste zu erwarten, besonders auf den Strecken in Richtung Osten. 2026 sollen die Sperrpausen sogar länger ausfallen als im Vorjahr. Die Anbindung der neuen Infrastruktur an das bestehende Gleisnetz erfordert aufwendige Arbeiten, was die Verzögerungen zusätzlich verstärkt.
Bei der Digitalisierung des Stuttgarter Knotens gibt es massive Rückstände – unter anderem wegen Kapazitäts- und Materialengpässen bei den beauftragten Firmen. Die für den Betrieb der neuen digitalen Systeme notwendige Software wird frühestens nach Dezember 2026 verfügbar sein. Die Verzögerung schränkt sowohl den Betrieb als auch die Servicequalität ein.
Die Kosten sind um mindestens 6,5 Milliarden Euro gestiegen, was zu Streitigkeiten zwischen den Projektpartnern geführt hat. Die Bahn hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet; der Fall liegt derzeit in der Berufung beim Verwaltungsgericht Stuttgart. Ungewiss bleibt, ob der ursprüngliche Zeitplan für eine vollständige Inbetriebnahme bis Ende 2026 gehalten werden kann. Zur Debatte stehen eine schrittweise Eröffnung oder anhaltende Einschränkungen für Reisende.
Die Kritik an dem seit 2010 laufenden Projekt hält in Baden-Württemberg unvermindert an. Im Fokus stehen die langfristigen Kapazitätsgrenzen: Der Knoten soll maximal 32 Züge pro Stunde abfertigen können – ein Wert, den das Verwaltungsgericht des Landes bereits 2014 bestätigt hat. Versprochene Ausbaumaßnahmen wie 31 bis 40 Prozent mehr Zugverbindungen wurden später als nicht finanzierbar eingestuft. Die politische Diskussion konzentriert sich nun auf die allgemeine Zuverlässigkeit der Bahn und notwendige Investitionen. Das Land fördert im Rahmen nationaler Initiativen wie der Taskforce "Zuverlässige Schiene" neue Züge und Infrastrukturprojekte.
Die Zukunft von Stuttgart 21 hängt maßgeblich von der Entscheidung am Freitag ab, ob die Inbetriebnahme verschoben oder stufenweise erfolgt. Digitale Rückstände und juristische Auseinandersetzungen über die Kosten erhöhen die Unsicherheit. Fahrgäste müssen sich weiter auf Einschränkungen einstellen, während die langfristigen Kapazitätsprobleme ungelöst bleiben.






