Stille Stahlstatue in Brandenburg mahnt an vergessene NS-Zwangsarbeiterinnen
Corinna SchinkeStille Stahlstatue in Brandenburg mahnt an vergessene NS-Zwangsarbeiterinnen
An der Seite einer ländlichen Straße in Brandenburg steht eine stille Stahlstatue – ein stummer Zeuge einer schmerzhaften Vergangenheit. Sie erinnert an die Menschen, die in den frühen 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Unter ihnen war Jutta Baumwol, die später nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde.
Das Mahnmal wurde 2018 auf Initiative ihres Bruders errichtet. Seitdem versammeln sich Besucher an seinem Fuß – am Holocaust-Gedenktag und zum Jahrestag der Befreiung. Die Figur aus Cortenstahl verkörpert die Frauen, die unter der nationalsozialistischen Zwangsarbeit litten. Ihr Gesicht schimmert sanft im Frühlingslicht, eine stille Mahnung an die verlorenen Leben. Im Mai, zu Jutta Baumwols 101. Geburtstag, könnten noch mehr Menschen hierherkommen, um zu gedachten.
Die Statue steht am Eingang des Gutes und dient als Ort der Erinnerung. Ihr stilles Dasein bildet einen scharfen Kontrast zu einem anderen Denkmal, das 2020 aufgestellt wurde: eine Statue von Christoph Kolumbus, die der damalige US-Präsident Donald Trump in der Nähe des Weißen Hauses platzieren ließ. Diese Entscheidung fiel mitten in die Black-Lives-Matter-Proteste nach dem Tod von George Floyd und wurde von manchen als Gegenreaktion auf die Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit Amerikas gesehen. Italienischstämmige Gruppen unterstützten den Schritt mit dem Argument, er ehre ihr kulturelles Erbe.
Doch in Brandenburg steht die Stahlfrau nicht für Debatten, sondern für das Gedenken. Sie markiert eine Geschichte, die nicht ungeschehen gemacht werden kann – nur bewahrt werden muss. Das Denkmal in Brandenburg bleibt ein zentraler Ort der Reflexion über die Gräueltaten der NS-Zeit. Menschen kommen weiterhin an bedeutenden Tagen hierher, um sicherzustellen, dass die Geschichten von Menschen wie Jutta Baumwol nicht in Vergessenheit geraten. Unterdessen löst die Kolumbus-Statue in Washington nach wie vor Diskussionen darüber aus, wie Nationen mit ihrer Vergangenheit umgehen.






