Vom Maoismus zur CDU: Wie Susanne Wetterichs Vergangenheit sie einholt
Vom Maoismus zur CDU: Wie Susanne Wetterichs Vergangenheit sie einholt
Susanne Wetterich, eine 69-jährige CDU-Politikerin, versuchte einst, Berichte über ihre Verbindungen zu einer maoistischen Studentengruppe in den 1970er-Jahren zu unterdrücken. Ihr juristischer Feldzug gegen das Magazin Kontext schlug im Juli jedoch nach hinten los und lenkte noch mehr Aufmerksamkeit auf ihre Vergangenheit. Der Fall rückte ihre jahrzehntelange politische Karriere sowie die anhaltende kritische Auseinandersetzung mit ihrem frühen engagement in den Fokus.
In ihren Studienjahren Ende der 1970er schloss sich Wetterich einer maoistischen Hochschulgruppe an. Diese Mitgliedschaft bereitete ihr später Probleme, als sie mit dem Radikalenerlass konfrontiert wurde – einer Regelung, die Radikale von bestimmten Positionen im öffentlichen Dienst ausschloss. Bis 1980 hatte sie sich öffentlich von Marxismus, Leninismus und der maoistischen KPD distanziert.
Ihr beruflicher Werdegang führte sie anschließend in Richtung Medien und Politik. Sie arbeitete beim Süddeutschen Rundfunk und wurde später Pressesprecherin des Stuttgarter Rathauses. 2002 gründete sie eine eigene Kommunikationsagentur, die sie parallel zu ihrem wachsenden politischen engagement führte.
Seit 25 Jahren ist Wetterich Mitglied der CDU. Nach einer kurzen Zeit als Bundestagsabgeordnete wechselte sie in die Landesführung und den Landtag. Seit 2019 leitet sie zudem die Frauen-Union der südwestdeutschen CDU.
Trotz ihrer langjährigen konservativen Ausrichtung holte sie ihre Vergangenheit ein, als sie gegen Kontext wegen dessen Berichterstattung klagte. Die gerichtliche Abweisung ihrer Klage steigerte das öffentliche Interesse noch – ein Effekt, den Beobachter als "Streisand-Effekt" bezeichneten: Der Versuch, Informationen zu verbergen, führte dazu, dass sie sich noch weiter verbreiteten.
Die gescheiterte Klage rückte Wetterichs frühe politische Verbindungen erneut ins Rampenlicht. Ihr Weg von der maoistischen Aktivistin zur CDU-Funktionärin bleibt ein Diskussionspunkt. Der Fall wirft zudem die Frage auf, wie die Vergangenheit von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens selbst Jahrzehnte später wieder aufkommen kann.
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