Wie die AfD in Baden-Württemberg gezielt Arbeiter für sich gewinnt – trotz extremistischer Verflechtungen
Wie die AfD in Baden-Württemberg gezielt Arbeiter für sich gewinnt – trotz extremistischer Verflechtungen
Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) gewinnt in Baden-Württemberg an Einfluss – einem Bundesland, das lange als resistent gegen ihre Politik galt. Mit Umfragewerten von nunmehr 20 Prozent ist die Partei längst kein 'Ostdeutschland-Problem' mehr. Zu ihrer Strategie gehört die gezielte Ansprache von Gewerkschaften und Betriebsräten, während Aktivisten wie Danial Bamdadi auf Widerstand des Staates stoßen, wenn sie sich solchen Tendenzen entgegenstellen.
Seit 2022 wirbt die AfD in Baden-Württemberg aktiv um Arbeiter:innen – mit Betriebsveranstaltungen, Social-Media-Kampagnen und Publikationen wie dem Betriebsratsreport. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Sorgen, von steigenden Energiekosten bis zu Bürokratie, wobei sich die Partei als Verteidigerin der Arbeitnehmerrechte inszeniert. Doch Recherchen von Correctiv und der Stuttgarter Zeitung zeigen Verbindungen zu extremistischen Gruppen auf, darunter das Zentrum Automobil, das Kontakte in die identitäre und neonazistische Szene unterhält. Eine Betriebsversammlung 2023 in Stuttgart und gemeinsame Online-Rekrutierungsplattformen verdeutlichen diese Verflechtungen.
Trotz ihrer Bemühungen gelingt es der AfD jedoch kaum, strukturellen Einfluss in den Gewerkschaften zu erlangen. Das Zentrum-Netzwerk etwa hält bundesweit nur 19 Betriebsratssitze. Analysten betonen, dass viele AfD-Anhänger:innen in der Metallindustrie eher 'Protestwähler:innen' als überzeugte Rechtsextreme sind. Ihre Frustration – genährt von Jobunsicherheit in einem Land mit den höchsten Löhnen Deutschlands – wird oft gegen Migrant:innen und Sozialleistungen umgelenkt.
Der Spitzenkandidat der AfD, Markus Frohnmaier, schürt diese Ängste, warnt vor Arbeitsplatzverlusten und verspricht eine Rückkehr zu vergangener Stabilität – ohne konkrete Lösungen. Strategieberater Benedikt Kaiser setzt auf eine Doppeltaktik: bestehende Gewerkschaftsstrukturen zu untergraben und gleichzeitig zu unterwandern. Gleichzeitig sehen sich Aktivisten wie der 30-jährige, in Iran geborene Antiextremismus-Pädagoge Danial Bamdadi mit Hürden konfrontiert. Die baden-württembergischen Behörden verweigerten ihm die Einbürgerung – mit der Begründung, sein antifaschistisches Engagement stelle aufgrund von Verfassungsschutzberichten ein 'Sicherheitsrisiko' dar.
Gewerkschaften werden nun aufgefordert, den Druck nach oben weiterzugeben und greifbare Alternativen zu den vagen AfD-Versprechen zu bieten. Ohne Gegenwehr könnten Lohnabhängige als Nächste unter Sparmaßnahmen geraten – und die Unzufriedenheit weiter anheizen.
Der wachsende Zuspruch für die AfD in Baden-Württemberg spiegelt tiefere Verunsicherungen über Arbeitsplatzsicherheit und wirtschaftlichen Wandel wider. Zwar bleibt ihre Durchdringung der Gewerkschaften begrenzt, doch die Fähigkeit der Partei, Arbeiterfrustrationen zu kanalisieren – kombiniert mit staatlicher Blockade gegen Gegenbewegungen – stellt eine langfristige Herausforderung dar. Der Ausgang hängt davon ab, wie Gewerkschaften und Politiker:innen die zugrundeliegenden Probleme angehen, die Protestwähler:innen antreiben.
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